Sonntag, 9. April 2017

Várblót 2017: 12. April Vollmond

In diesem Jahr wird das nach Jule wichtigste Fest der Alten Sitte, das Várblót am 12. April begangen, dem ersten Vollmond nach dem Neumond nach der Tagnachtgleiche.

Dieses Fest markiert den Sommerbeginn und die endgültige Vertreibung des Winters. Zugleich werden dort die Verträge zwischen den Liebenden besiegelt, denn der Göttin Vár unterstehen die Verträge zwischen Mann und Frau. Dieses Fest wird aber  oft (fälschlicherweise)  mit anderen, bekannteren Göttinnen in diesem Kontext "Frühlingsfest" assoziiert, die mehr im Vordergrund stehen als Vár. Und damit ist nicht nur jene angebliche "Ostara" gemeint, die man aus christlicher angelsächsischer Literatur von einer Eostra  als "Ostergöttin" gerne zurückgeschlossen hätte, sondern auch sehr bekannte germanische Göttinnen der Liebe. Aus den Sippengesetzen ist es aber nur sehr schwer nachzuvollziehen, dass diese Sippen mit ihrem genau definerten Ehrenkodex um "Friede, Ehre und Heil" etwa einer Göttin, die auch für sexuelle Ausschweifung und Libertinage steht, auch noch eines der wichtigsten Jahresfeste mit anschliessendem Thing zu widmen. Die triebstarken Menschen der Antike hatten zudem dergleichen kaum nötig und die Jahresfeste hatten immer ein primäres Ziel: das Überleben der Sippe durch Stabilität zu sichern und Wohlergehen und Heil für alle und die Individuen zu sichern.

Vor dem Várblót liegt das kleinere Fróblót im Februar, das ebenfalls fester Bestandteil der Alten Sitte ist und bei denen vor allem dem Gott Frey geopfert wird. Dort gab es dann mitunter auch mal die ein oder andere Ausschweifung, was man ja auch heute beim Nachfolger Karneval /Fasnacht sieht - ein anderer Charakter als im nachfolgenden wichtigeren Várblót, das zu den drei großen Jahresblóts zählt.

Nach Überlieferungen dauert das Várblót mehrere Tage, um den 10. April beginnend und am 12. April endend, je nach Mondkalender. Zu Beginn werden die großen Feuer entzündet und später im Verlauf die üblichen großen Opfer dargebracht und Festmähler mit Gesang und Tanz abgehalten, vorwiegend an Thor, der den Winter vertreibt und Regen und Sonnenschein bestimmt, wobei Ziegen und Widder als Opfer im Vordergrund stehen. Es gibt auch Berichte, dass während des Festes heilige Quellen besucht werden und die Frauen daraus schöpfen.