Dienstag, 13. Juni 2017

Seidhr Teil 2 „Sie saßen draußen herum und taten es einfach“

Im 2. Teil unseres Artikels über Seidhr / Seidr liegt der Fokus auf der Interaktion mit den Finnen und Samen und deren religiösen und schamanischen Praktiken. Teil 1 sollten Sie zuvor lesen.

Oft wird behauptet, der uns bekannte skandinavische Seidhr der Eisenzeit sei eine direkte und mehr oder weniger direkte Folge des Kontakts und Kulturaustauschs der Nordmänner und -frauen mit den Finnen und Sámi. Diese hätten ihre schamanische Tradition als magische Dienstleister an die Skandinavier weitergegeben und einen genuinen nordisch-germanischen Seidhr in der von uns beschriebenen Form, siehe Teil 1, hier in englisch hätte es so nicht gegeben. Hierzu werden die üblichen Trancetheorien herbeigezogen, die sich im wesentlichen darauf beziehen, dass Seidhr etwas mit Schütteltrance grundsätzlich zu tun haben soll und dieses kulturübergreifend sei, z.B. auch im karibischen Voodookult etc. wie es z.B. Jan Fries in Seidways versuchte und was fleissig kolportiert wurde. Dies ist etwas oberflächlich und so nicht richtig, der nordisch-germanische Seidhr, eine sehr spezialisierte magische Technik, unterscheidet sich, vorab vermerkt, auch grundsätzlich von den schamanischen Techniken der Finnen und Sámi. Wir haben in Teil 1 klargestellt aufgrunde der skandinavischen Literatur und der Sagas dass es sich bei Seidhr bzw. Seidr um eine Form der Magie handelt um anderen Menschen zu schaden, sie zu manipulieren (schwarzer Seidhr) oder um die Zukunft vorauszusagen, sowie das Wetter und die Ernten und auch diese günstig zu stimmen. (weisser Seidhr) .

Wir wollen hier aber herausarbeiten, worin Unterschiede und Gemeinsamkeiten bestehen und wodurch diese Theorie der kulturellen Übertragung entstanden sein könnte. Zunächst ist es sehr auffällig, dass die Kunst des Seidhr immer wieder und am häufigsten mit Halogaland und der Finnmark in Norwegen und auch dem eher imaginierten „Finnland“ in Verbindung gebracht wird, weil von dort die meisten Berichte vorliegen und sehr viele Praktiker zu Hause waren und viele Sámi und „Finnen“. Von dort gibt es dann auch die eher blutrünstigen Geschichten über Rögnvaldr Rettilbeini zu berichten, der dort wegen seiner beruflichen Seidhr Tätigkeit mit 80 seiner Kollegen verbrannt wurde von seinem Vater, König Harald, im heidnischen Kontext wohlgemerkt, eben weil dieser König Harald Seidhmen hasste.  Dieser hatte eine Sámi Ehefrau und Rögnvaldrs Enkelsohn Eyvindr Kelda wurde wegen seiner Tätigkeit als Seidhmadr ebenfalls von König Olaf Tryggvason exekutiert. Dieser hatte ebenfalls bedeutende Beziehungen zu den Sámi. Wir wollen hier aber sehen, ob nicht grade der Bezug zu den Sámi, die berüchtigte "Sámi Connection" eher vordergründig ist und mißdeutet wurde, denn deren Schamanismus galt sehr stark der Heilung von Kranken und dient dem Wohl der  Gruppe. Beide Bilder im Artikel zeigen übrigend samische Schamanentrommeln und haben nichts mit Seidhr zu tun, da man dort nicht trommelte.

Andererseits gibt es aber auch jede Menge Geschichten, warum der Seidhr von den Nordmännern und -frauen bis nach Grönland und Island exportiert wurde und sich dort eines zwielichtig-makaberen bis eher selten wohlmeinenden Ansehens erfreute, wie wir in Teil 1 beschrieben. So hat die Siedlerin Thuridr Sundafyllir, gebürtig in Halogaland, die Kunst entwickelt, mittels Seidhr so viele Fische zu fangen wie sie wollte und ihr Heim in Island quoll immer über vom Fischfang, was sicher nicht ungern gesehen wurde und auch eine typischen Seidhr-Variante ist, die aber bislang vernachlässigt wurde. Ein christlicher Bezug wird im übrigen von uns auf das Schärfste verleugnet und abgelehnt, nein, Snorri oder wer auch immer hatten nicht den Joshua im Sinne bei der Geschichte über die Fischvermehrung.  ;-)


Seidkonas und tietätjä

Aber zurück zu den Grundlagen und die betreffen die Definition des Seidhr Rituals und dieses besagt, dass es entweder der Divination oder der Manipulation vor allem von Menschen aber auch der Natur diente, wobei Ersteres dem weißen Seidhr und zweites eher dem schwarzen Seidhr zugeordnet wird, wobei die Manipulation von Naturgewalten, um Fische zu fangen z.B. für die Menschen eher positiv, für die Fische aber negativ zu deuten sein könnte, deshalb könte man dies insgesamt zum weissen Seidhr rechnen, wobei diese Unterscheidungen eh eher akademischer Natur sind. Die Manipulation der Natur  ist auch ein wichtiger, aber in der Forschung vernachlässigter Bereich des Seidhr, so wurden wie gesagt Fischfang und Meeresstürme, Nebel damit manipuliert. So war das Fischerglück der Thurid auf Island sicher positiv angesehen und auch gerne gesehen, aber das erzeugen magischen Nebels in Westnorwegen, damit 120 Seidhmen ein Dorf dort überfallen konnten tiefschwarz. Davon zeugen noch heute im 21. Jahrhundert Hinweistafeln vor Ort, die mit üblen Beschimpfungen der lokalen Bevölkerung in Richtung Seidhmen verziert sind, die man übrigens damals direkt vor Ort alle ersäufte, auch noch nach 1200 Jahren. Dies kann ebensowenig wegrelativiert werden, wie die tiefe Abneigung der heutigen Nordmänner in Norwegen durchwegs gegen Seidhr, wie auch der Runenstein von Skjern mit einem Fluch gegen Seidhmen verziert ist.

Diese aus heutiger Sicht recht exakte Tätigkeitsbeschreibung der Seidhkonas und Seidhmadres entspricht in wichtigen Bereichen nicht dem Tätigkeitsfeld der samischen und finno-ugrischen Schamanen, der noaide bzw. finnisch noita oder tietätjä.
Deren Tätigkeitbereich ist überwiegend im heilenden Kontext angesiedelt, neben der Divination in geringerem Masse. Dazu bedienten und bedient man sich einiger Element, die auch die Seidhrleute verwandten, z.B. Kostüm und Trance. Aber die Trance wurde fast immer durch die Trommel und ihren rhythmischen Klang erreicht, die Schamanen waren überwiegend männlich, die Seidhrleute überwiegend weiblich oder Homosexuelle. Wir haben bis heute keinerlei Beweis, das die Seidhrleute jemals eine Trommel besaßen oder benutzt haben - ein wichtiges Unterscheidungskriterium.

Die überwiegend weiblichen Seidhrleute, die Seidhkonas, gerieten durch den sog. Vardlokkur bzw. andere Gesänge wie galdr bzw. Hyperventilation in einen Geisterkontakt, den ich aber auch von einer schamanischen Reise abgrenzen würde. Die Seidhr Trance lockt doch eher durch süße Klänge Götter und Geister herbei, die dann gesendet, eingesetzt und manipuliert werden können.
Es ist richtig, dass der finnische tietäjä auch neben Heiltätigkeiten, wie auch bei den Sámi, die noch viel stärker im Heilbereich arbeiten, für die Divination und die Beeinflussung von Geistern angeheuert werden konnte, wichtig ist aber für unsere Entwicklung des Seidhr Begriffes , dass der Seidhr keinerlei heilende Behandlung und Heilung beinhaltete. Sondern im Gegenteil, er konnte neben den Opfern des schwarzen Seidhr nicht nur die Seidhkona krank machen oder gar töten, was auch geschah, sondern auch ganze Gruppen, die z.B. ihren Gesang zur Verfügung stellten auf Wochen oder Monate negativ beeinflussen, wenn auch nur eine Kleinigkeit schief ging.



Die Tücken des Seidhr für seine Praktiker

Die Ethnologin Jenny Blain hat in ihrem Buch Seidr davon berichtet und gewarnt, dass wenn auch nur ein einziges Mitglied des Kreises, der den vardlokkur oder den galdr singt nicht die Richtige ist oder ein Geistwesen sich an ihr stoße, dass dann länger dauernde Krankheiten der Gruppe folgen können oder eine Änderung des Wyrds der ganzen Gruppe, die wiederum äußerst intensive Behandlung benötigen, die im 21. Jahrhundert nur äußerst schwer beizubringen ist, da die Spezialisten ausgerottet wurden und auch entsprechende Opferpriester, die etwas tun könnten, rar sind. Zudem ist es neben solcher schwerer und bedrohlicher Krisen auch für eher normal gestrickte Bürgerinnen und Bürger u.U. nur schwer einzuordnen und zu verarbeiten, wenn, wie Jenny Blain wörtlich schreibt, z.B. der Gott Heimdall auf einmal mit im Kreis steht oder mit in der finnischen Sauna sitzt, um hier einen der angenehmen Zeitgenossen zu nennen, die eventuell auftauchen könnten. Dies sollten Mann und Frau wissen, bevor er oder sie sich auch auf Orakel-Seidhr einlässt. Ansonsten ist aber gegen den Orakel Seidhr nichts einzuwenden, es sei denn ein(e) Beteiligte habe eine allergische Disposition gegenüber Kontakten zu Göttern und Geistern bzw. sie sind sich nicht über die Folgen eines plötzlich veränderten Wyrds im voraus im Klaren.

Weiterhin warnen wir aber ausdrücklich vor dem sogenannten Helweg, bei dem Reisen in das Reich der Totengöttin Hel durchgeführt werden. Diese sind nicht nur gefährlich und machen keinen Sinn, sondern waren auch bei den eisenzeitlichen Ahnen undenkbar und stellen evtl. lediglich eine Vermischung mit neueren Core-schamanischen Vorstellungen dar. Es besteht wie bei gewissen schamanischen  Arbeiten mit Totengeistern übrigens auch, aber in veränderter Weise, die Gefahr real physisch zu versterben und dann eventuell in Helheim zu verbleiben. Oder aber von einem Totengeist besetzt zu werden, denn dies ist auch bei angeblich harmlosen "Core" schamanischen Reisen "in die Unterwelt" möglich, die interessanterweise den samischen und finnischen Vorstellungen von deren Totenreichen weitgehend entsprechen mit den Höhlen unter den heiligen Bergen z.B.. Wer einmal Personen erlebt hat, die plötzlich von einem unerwünschten Ahnengeist besessen waren und dies über Monate und Jahre mit sich herumtragen mussten, weiß wovon die Rede ist und wir sorgen uns um die "Chuzpe" mit denen dies weiterhin als vollkommen harmlos jedermann und jederfrau unterrichtet wird und stellen uns auch die Frage, warum diese "Unterweltreisen" im gängigen Core Schamanismus grundsätzlich als erste und leichteste und harmloseste Disziplin gelehrt werden. 
Dies auch, um unsere Versprechen aus Teil 1 zu erfüllen, zu sagen, was Sie besser nicht tun sollten.


Eine These zum Schluss:

Was bislang wenig beachtet wurde im gesamten Seidhr-Komplex ist die Bedeutung des Ahnenkultes und der Umgang mit Toten und Totengeistern in der samischen, finno-ugrischen und skandinavischen Kultur der Eisenzeit. Und genau darin liegt unserer Meinung nach ein Kernpunkt des Kulturaustauschs im Seidhr-Kontext. Sowohl die Sámi als auch die „Finnen“ unterhielten einen sehr umfangreichen Ahnenkult und die finnischen Schamanen leiteten die Toten zu unterirdischen Bereichen und Gängen unter heiligen Bergen. Die Sami besaßen und besitzen mE sogar die Kenntnis von der Wiedergeburt, nach der sich die Geister der Toten reinkarnieren können. Hier ist aber wichtig, sowohl bei Sami als auch bei Finnen die Totengeister als essentiell wichtige Wächter für die Lebenden gelten, die geehrt werden und zwar sehr umfangreich. Es gab aber auch die verfluchten Ahnen, die für ihre Untaten gebannt wurden und zu umherirrenden Geistern wurden. So ist die Verletzlichkeit von Menschen durch Geister solcher Toten z.B. ein hervorstechendes Kernmerkmal der finnischen Religion der Eisenzeit.

Und unsere These lautet hier, die wir zur Diskussion stellen, wie immer, dass sich die skandinavischen Seidhrleute genau hier einhakten und mit Geistern auch solcher Toten schwarzen Seidhr betrieben, bzw. sich die Kenntnisse beim Umgang mit vor allem „den Finnen“ d.h. finno-ugrischen Gruppen besorgten. Und sicherlich gab es auch finnische tietäjä, die darin sehr bewandert waren und sich eines „schwarzen Schamanismus“ befleißigten. Denn diese umherirrenden Totengeister gelten als die am einfachsten zu manipuilierenden Geistwesen und Geistwesen sollen eben die Charaktereigenschaften der zuvor lebenden Person weitertragen. Betrachtet man sich den Status der schwarzen Seidhrleute als meist käufliche Magiesöldner, meist im ergi Status, dann könnte es naheliegen, dass man sich genau dort bedient hat: bei den verbannten Totengeistern, eventuell mit dem Know How anderer ausländischer Magiespezialisten - so klingen auch einige Berichte aus den Sagas über die Übergriffe auf die Opfer, siehe Teil 1 hierzu.

Weiterhin könnte es interessant sein zu erforschen, welchen Anteil der Gott Odin, trotz seiner andersgearteten Tätigkeit als eine Art geachteter "Schamane" laut Ynglingasaga 7 an den Künsten der Seidhleute gehabt haben könnte. Standen diese vielleicht sogar unter seinem Schutz? Insbesondere wenn man seinen Aspekt als Anführer von ekstatischen und skrupellosen "Kriegsschamanen" wie den Berserkern und Ulfhednar miteinbezieht, die später Unheil in die skandinavischen Gesellschaften brachten. 
Hier bleibt aber alles Weitere Spekulation, ob Odin nun tatsächlich nur magisch-schamanische Künste den Opferpriestern lehrte, was nicht ergi war oder doch am bekannten Seidhr beteiligt war, den er von den Vanen überliefert bekam. Hinweise hierzu könnten sein überliefertes Auftreten mit Umhang, Wanderstab und Hut sein, sein Bezug zu den Totengeistern und vor allem seine Hilfsmittel weissagende wie spähende Raben und Met etc., die ihm erst einige übernatürlichen Fähigkeiten ermöglichen. Das ist für einen Gott schon äußert selten, dass er wie ein damals gängiger Seher oder Schamane herumlief und solche eher profanen Hilfsmittel benötigt. In der Serie Vikings, die wir schon empfohlen haben, taucht er sehr treffend beschrieben als sehender, unterhaltender und heilender Wanderer Harbard auf, der aber plötzlich bereit ist zu morden, weil eine Frau seinen becircenden Reden nicht verfiel und ihn und seine Ränke ablehnte. Aber wie gesagt, dies ist eine Frage der Deutung und kann wegen der sich manchmal widersprechenden Textstellen  nicht endgültig geklärt werden. Aber soviel noch abschließend hier: seine Bedeutung und vor allem seine Beliebtheit in der Wikingerzeit werden heute fast maßlos überschätzt, Thor, Freya und Frey z.B. wurden jeder für sich weitaus mehr verehrt, beopfert und wesentlich mehr Orte nach ihnen benannt als nach Odin. Wir führen dies hier nicht weiter aus, verweisen aber noch mal auf den etwas verzerrenden und romantisierenden Einfluss des 19. Jahrhunderts und der sich dort bildenden Dynastien und Kaiserreiche, die die Odinrezeption maßgeblich beeinflusst haben dürften.

Der durchgängig zumindest zwielichtige Ruf der Seidhkonas und Seidhmadres in Skandinavien, mit Ausnahme einiger Orakel-Seidhr Expertinnen, wohlgemerkt nicht zu verwechseln mit den wesentlich besser angesehenen Spakonas, Spamadres und Valas und Völvas, ist unserer Meinung mit bedingt durch die Kenntnisse der Manipulation von Totengeistern verfluchter Ahnen und deren Einsatz gegen Opfer. Und dafür saß man eben auch gerne draußen an den Hügelgräbern herum, was schon zur heidnischen Zeit sehr ungern gesehen und später hart bestraft wurde. 

Magische Törungen und das Irremachen und Verfolgen von Opfern war auch in den skandinavischen Gesellschaften der Eisenzeit ein schweres Verbrechen, das zudem der offiziellen Ethik des offenen Kampfes und des Friedens und der Ehre und des Heils widersprach. Und genau dies verursachte u.a. den ergi Status der Seidhleute. Wer dies relativieren will, möge dies tun, wir tun dieses nicht. Zudem ist das Phänomen Seidr / Seidhr nur eine Randerscheinung in der spirituellen und magischen Welt der germanischen Gruppen gewesen. Es gibt dort sicher noch sehr viel über Phänomene wie Völven, Valas und Spa bzw. über die Krankenheilung mittels Zaubersprüchen und galdr und auch mit Kräutern etc. zu erforschen, die auch um das Zentrum des gesellschaftlichen Geschehens formiert waren, Anerkennung genossen und nicht als ergi galten. 
Und dies sollten wir auch tun, statt ständig Rapporte oder gar generelle Übereinstimmungen zwischen einer marginaliserten Technik wie Seidhr und der germanisch-nordischen Spiritualität per se herzustellen.


Deshalb zum Schluss noch ein Beispiel von spiritueller Heiltätigkeit im Kontext der germanisch-nordischen Valas und Völven, jenseits des Seidhr, ein Ausschnitt aus dem Oddrúnargrátr, in dem eine magische Interaktion mittels Zaubersprüchen für schwere Entbindungen beschrieben wird. Eine christliche Interpretation oder Beeinflussung dieses Edda Gedichtes aus dem Codex Regius wird weitestgehend von uns bestritten.

Oddrun hat die Zaubersprüche für Borgny gesprochen, um die Entbindung zu ermöglichen:
  
rict gól Oddrvn,
rammt gól Oddrvn
bitra galdra
at Borgnyio.

Übers:
With magic Oddrun | and mightily Oddrun
Chanted for Borgny | potent charms.

Und Borgny dankt ihr:

Knatti męr oc mꜹgr
moldveg sporna,
born þꜹ in bliþo
viþ bana Hꜹgna;
þat nam at męla
męr fiorsivka,
sva at hon ecci qvaþ
orþ iþ fyrra:

Sva hialpi þer
hollar vettir,
Frigg oc Freyia
oc fleiri goð,
sem þv feldir mer
fár af hondom!“

Übers:

At last were born | a boy and girl,
Son and daughter | of Hogni's slayer;
Then speech the woman | so weak began,
Nor said she aught | ere this she spake:

"So may the holy | ones thee help,
Frigg and Freyja | and favoring gods,
As thou hast saved me | from despair now."






Quellen:

Dubois: Nordic religions in the Viking age
Jenny Blain: Seidr
Jan Fries: Seidways
Oddrúnargrátr


Bilder.

Schamanische Trommel der Sámi, Bindal, Nordland, Norwegen, 1925, gemeinfreie Lizenz

Sàmi Schamane von Meraker Nord-Trondelag, 18. Jahdt., gemeinfreie Lizenz